Künstlerinnen

Anouschka Trocker

Anouschka Trocker, geb. 1970 in Südtirol/Italien, lebt seit 1989 in Berlin, Studium der Lateinamerikanistik und Romanistik an der FU Berlin und arbeitet seit 1999 mit Sounds und Sprache in Film, Performance und Theater. Als Hörspielregisseurin und Autorin realisiert sie Hörstücke und Radiofeatures für Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, MDR Kultur, SR2 und dem Kulturradio vom RBB. Bei Primeur, dem Festival für frankophone Gegenwartsdramatik inszeniert sie regelmässig das Livehörspiel, das mehrmals mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Auch wurden ihre Stücke öfters zu den Hörspieltagen ins ZKM nach Karlsruhe eingeladen. Im März 2019 wurde das Hörspiel „Hafen“ von Mishka Lavigne zum Hörspiel des Monats gewählt. Für ihre Stück arbeitet sie immer wieder mit Musikern und Musikerinnen zusammen, verwendet aber auch eigene field-recordings, die mit instrumentalen Klängen angereichert und zu mehr oder weniger dichten Soundflächen verarbeitet werden. Im Zusammenspiel mit Text interessiert sie sich für die Frage, wie die suggestive Ausstrahlung vom Sound ist, was er erzählt, wo sich beide Ebenen treffen und welchen Raum die eigene Vorstellungskraft benötigt, um sich zu entfalten.

Antje Vowinckel

Antje Vowinckel ist Klangkomponistin, Hörspielmacherin und Musikperformerin. Studium der Literatur und Musik an der Universität Bielefeld, später Kurse bei George Aperghis, Christina Kubisch und Ruedi Häusermann.

1995 – 99 Dramaturgin, Volontärin, Autorin und Regisseurin beim SWR in Baden-Baden.

Seit 2000 lebt sie in Berlin. In ihren Werken arbeitet sie oft mit gefundenen Materialien – sei es Text oder Musik, z.B. Ausschnitte aus Sprachkursen in ihrem bekanntesten Stück Call me yesterday. Sie entwickelte außerdem Kompositionen mit Dialektmelodien (Dialekt-Karaoke) und die Methode des Automatic speaking. Darüberhinaus gestaltet sie Installationen im öffentlichen Raum, Instrumental- und Videokompositionen und spielt Solo-Performances mit Orgel und Objekten oder Stimme und Vinyl. Für ihre Werke erhielt sie mehrere internationale Preise und Förderungen darunter den Prix Europa, den Karl-Sczuka-Förderpreis, Ferrari recouté (ZKM) balonbabel, Mexico. Im Winter 2019/20 ist sie Stipendiatin im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg.
antjevowinckel.de

Billy Roisz

Billy Roisz ist eine in Wien lebende Musikerin und Filmemacherin.

Sie ist Autodidaktin, ihren kreativen Humus sieht sie im extrem offenen DIY-Umfeld der digitalen und analogen Elektronik- und Noiseszene im Wien der 1990er Jahre (phonotaktik, rhiz, mego, vidok, klingt.org). Seit 1998 arbeitet sie mit den Medien Video und Sound. Die Ästhetik der Bild- und Tonstörung, wie zum Beispiel Feedback und Verzerrungen, ist eines ihrer zentralen Experimentierfelder, die Verschränkung und Umzweckung von bild- und tongenerierenden Instrumenten ihr technischer Arbeitsansatz.

Die künstlerische Umsetzung erfolgt in Form von audio-visuellen Live-Performances, Konzerten, Videoarbeiten und Rauminstallationen, oft solo, aber auch in enger Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus dem Bereich experimenteller Elektronik und Noise, aber auch komponierter neuer und alter Musik, Film, Theater und Performance.

Ihre Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Festivals (u.a. Berlinale, IFF Rotterdam, Transmediale, Sonic Acts, Biennale Sao Paulo, 8 Brücken Festival Köln, Sonic Acts Amsterdam, Donaufestival Krems) und in renommierten Galerien und Museen (u.a. Tate Modern, South London Gallery, Centre Pompidou, MACBA Barcelona, Museo Serralves Porto) präsentiert.

2003 erhielt sie ein BKA Startstipendium, 2009 den BMUKK Förderungspreis für Innovative Filmkunst, 2011 den Diagonale-Preis für Innovatives Kino und 2018 das Staatsstipendium für Medienkunst.
billyroisz.klingt.org
vimeo.com/roisz

Christina Ertl-Shirley

lässt in radiophonen Klanginstallationen, Hörspielen, Konzerten, Workshops und Radiofeatures experimentellen Klang und Storytelling in einen Dialog treten. Als Klangmaterial verwendet sie vor allem selbst aufgenommenen field recordrings und Interviews. Ihre Stücke setzen sich besonders mit der Verschränkung von Natur und Kunst und den noch unerzählten Biographien und Errungenschaften von Frauen auseinander.

In ihren jüngsten Arbeiten befasst sich Christina Ertl-Shirleymit der Entdeckung des mittelatlantischen Rückens durch Marie Tharp, der Geschichte der Orangeriekultur, der Lieberoser Wüste in Brandenburg, dem Bodenleben auf der finnischen Insel Pargas, der Kulturgeschichte von Pappeln und dem Werk der kanadischen Science Fiction Aktivistin Judith Merril.

Veröffentlichungen unter anderem bei: Deutschlandradio Kultur, rbb Kulturradio, WDR3, SWR2, Museum Ludwig (Köln), Museumspassage Wien, Berlin Biennale, Madeiradig Festival (Madeira), Museruole Festival (Bozen), Errant Bodies, Haus der Kulturen der Welt, Sophiensaele, Heroines of Sounds (Kantine Berghain), Vierte Welt, Floating University, Liquid Architecture / Utstillingsåpning (Lofoten, Norway).
c-e-s-c-e-s.tumblr.com

Claudia Reiche

Dr. phil, ist Künstlerin und Medienwissenschaftlerin. Sie arbeitet über Kulturen des Digitalen und deren epistemologische, ästhetische und politische Effekte und ist in Projekten engagiert, die die Grenzverläufe von Kunst und Wissenschaften verzeichnen, so im thealit Frauen.Kultur.Labor. Außerdem lehrt sie seit vielen Jahren im theoretischen und künstlerischen Bereich, an verschiedenen Hochschulen und Universitäten, bis 2018 Verwaltung der Professur Theorie und Geschichte gegenwärtiger Medien, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf der documenta x in Kassel (1997), in der Kunsthalle Hamburg (2005), Kunsthalle Wien (2007), im Kunstverein Wolfsburg (2008), in Bangalore (2014) und im Schwulen Museum Berlin (2018) gezeigt.
thealit.de
german-documentaries.de
filmfreeway.com

Felicity Mangan

Felicity Mangan ist eine Klangkünstlerin und Komponistin, die in verschiedenen Situationen – z. B. bei Soloauftritten, bei Kooperationsprojekten mit anderen Musiker*innen oder bei Installationen – mit Tiergeräuschen (aus Audio-Archiven und selbst aufgenommen) spielt. Sie verstärkt diese sowohl über ein stereophones System als auch über handgefertigte Lautsprecher aus recycelten oder umfunktionierten Objekten. Felicity hat Arbeiten in verschiedenen Schauplätzen präsentiert, darunter die Opera Mexico City, Berlin Atonal, CTM Berlin und Ableton Loop Summit. Sie veröffentlichte ihre Debüt-EP CAMO mit dem Duo-Projekt Native Instrument auf Shelter Press und kürzlich Stereo’frogi’ic bei Longform Editions.
felicitymangan.org

Ioana Vreme Moser *

Ioana Vreme Moser ist eine transmediale Erzählerin und Klangkünstlerin, die sich mit Forschungsaktivitäten, elektronischer Poetik und spielerischen Aufzeichnungen beschäftigt. Sie verwendet organisches Material, verlorene und gefundene Gegenstände, Müll, Maschinen und elektronische Komponenten, um scheinbar unbedeutende Ereignisse zu enthüllen, die täglich in Intimsphären geschehen. Ihre Arbeit umfasst derzeit elektromechanische Instrumente, Klangskulpturen, kinetische Installationen, audiovisuelle Performances, grafische Aufzeichnungen, leise gesprochene Aufnahmen, Datenkompendien und Videos.

Sie ist vor allem in Osteuropa aktiv und hat dort eng mit dem Electroacoustic Music Studio Krakow, Kinema Ikon group and Simultan, Media Art Association, Timișoara zusammengearbeitet. Momentan ist sie Teil des Künstlerkollektivs T10 in Berlin.
*1994, Rumänien
ioanavrememoser.com
vimeo.com/ioanavrememoser
instagram.com/coquetta

Katharina Ludwig

Katharina Ludwig, geboren 1982 in Graz, ist Journalistin und Autorin. Sie schreibt kurze Geschichten, auch für’s Radio, und leitet eine Nachbarschafts-Schreibgruppe in Kreuzberg.
k-ludwig.tumblr.com

Mara Wagenführ

Mara Wagenführ studierte an der Universität der Künste Berlin als Meisterschülerin bei Prof. Wolfgang Petrick (2002), war als artist-in-residence in Barcelona (1999, 2008) und Mexiko (2003, 2005, 2015) und gewann 2009 den Publikumspreis “Kunstquadrate Contemporary Art Ruhr” in Essen. In ihren Arbeiten bevorzugt sie die Schichtung verschiedener Techniken und Materialien, was ihren künstlerischen Arbeiten einen collageartigen Charakter gibt. Ihre Werke wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen u. a. in Berlin, Hamburg, Mexiko-Stadt, Oldenburg, Wiesbaden, Dresden und Düsseldorf gezeigt.
marawagenfuehr.de

Mira O‘Brien

Mira O‘Brien (*1982) ist eine international ausgestellte Künstlerin, erfahrene Kunstvermittlerin und Gründerin des Berlin Drawing Room. Ihre interdisziplinäre Praxis, die sich auf Malerei, Installation und Performance fokussiert, untersucht die Art und Weise, wie wir unsere gebaute Umwelt wahrnehmen und mit ihr interagieren. Sie erhielt ihren BA an der University of California (UCLA) im Jahr 2004 und 2008 ihren MFA an der Yale University School of Art. Ihre Arbeiten wurden international in Städten wie New York, Los Angeles, San Francisco, Berlin, Wien, Köln, Zürich, Mallorca, Venedig und Kassel als Nebenprojekt der Documenta (13) gezeigt. Das performative Werk „Shade“, eine Zusammenarbeit mit dem Choreographen Tarren Johnson, wurde im Rahmen des Festivals Tanztage in den Sophiensäälen in Berlin vorgestellt. Einzelausstellungen fanden bei DD55 (Köln), Die Diele (Zürich), General Public (Berlin), Vierter Stock Galerie mit Unterstützung der US-Botschaft (Berlin) und als Solo-Projekt an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Berlin) statt. Sie hat an Künstleraufenhalten an der Scuola Internazionale di Grafica (Venedig, Italien), den APT Studios (New York, USA) und der CCA Andratx (Spanien) teilgenommen. Außerdem reiste sie an den Aralsee in Usbekistan, um als Yale‘s Schoelkopf Travel Grant Stipendiatin künstlerische Forschung zu betreiben.
miraobrien.com
berlindrawingroom.com

Ruth Waldeyer

Ruth Waldeyer arbeitet als Lichtdesignerin, Radiomacherin und Thaiboxtrainerin. Lichtdesign, Entwicklung von Lichtsteuerelementen+Programmen und technische Leitung für u.a. Clément Layes, Alice Chauchat, Fréderic Gies, Good Work, Annie Dorsen, SHIFTS. Gründungsmitglied von Gangplank, einer Gruppe von Ton/Licht/Videodesigner_innen, Musiker_innen und Choreograph_innen, die die Schnittstellen von Technologie und Dramaturgie im Entwickeln von Bühnenstücken erforschen. Radiostücke mit Christina Ertl-Shirley, Uli Ertl und Kim Scheunemann bei u.a. Deutschlandradio Kultur, SWR2, WDR5. Mitglied der feministischen Radiokollektive SissiFM und Radio F*. Veranstaltungsorganisation und Technik im ausland/Berlin, Schlagzeug und Gesang für die Wedding Band/The Swansong. Ruth Waldeyer studierte Performing Arts bei Anzu Furukawa und Marina Abramovic.

Sabine Ercklentz

Trompete Elektronik Komposition

lebt und arbeitet als Composer / Performerin in Berlin. Ihre Arbeiten bewegen sich in musikalischen Grenzbereichen über feste Genregrenzen hinweg und sind häufig intermedial. Oft arbeitet sie in Kollaboration mit anderen Künstler*innen.

Neben dem Einsatz von erweiterten Spieltechniken auf der Trompete verwendet sie häufig Live-Elektronik bei ihren Konzertperformances. Dabei sind „der musizierende Körper auf der Bühne“, „die Interaktion von Performer*in und Medien“ sowie „die Vernetzung der Performer*innen untereinander“ häufig wiederkehrende Themen.

Konzert- und Festivalauftritte u.a. bei/im Foro International Mexico-City (Mexico), FIMAV Victoriaville (Kanada), Red Cat, Los Angeles (USA), CalArts (USA), Rencontres chorégraphiques, Paris, (Frankreich), Moderna Museet, Stockholm (Schweden),Taktlos, Zürich (Schweiz), City of Women Lubiljana (Slowenien), Wittener Tagen für Neue Kammermusik, Donaueschinger Musiktagen, Forum Neue Musik, Jazzfestival Moers, Jazztage Leverkusen, Jazzfestival Leipzig, Wie es Ihr gefällt, ZKM Karlsruhe, Tanzplattform Deutschland, Dresden.

Sandra Babing

-Audio Lead Manager für Video Game Voice Over 
-Toningenieurin 
-Radiofeature-Produzentin
-Producerin der Podcastreihe „Die Kunst der Weltverbesserung“

Tomoko Sauvage

In den letzten zehn Jahren hat Tomoko Sauvage (JP/FR) an ihrer Erfindung gearbeitet, einem „natürlichen Synthesizer“ – Wasserschalen -, der Wasser, Keramik und Hydrophone (Unterwassermikrofone) kombiniert. Porzellanschalen, Wassertropfen, Wellen und Blasen sowie hydrophone Rückkopplungen und Elektronik sind die Hauptbestandteile ihres Instruments, das die skulpturale und fließende Klangfarbe erzeugt. Ihre musikalischen Experimente basieren auf einer Live-Performance-basierten Praxis, die die Improvisation und Interaktion mit der Umgebung untersucht – dem akustischen Raum und Medium, das von Architektur, Temperatur, Feuchtigkeit und menschlicher Präsenz beeinflusst wird. Durch von Technologie unterstützte Urelemente, die durch rituelle, aber spielerische Gesten belebt werden, betrachtet, stimmt und verbindet Sauvages Werk sowohl das Materielle als auch das Immaterielle, indem sie ein fragiles Gleichgewicht zwischen Gefahr und Beherrschung bewahrt.

Unterstützt von La Pommerie / CRAFT (Kreation der Porzellanschalen, Limousin, Frankreich) und Aquarian Audio (Hydrophone, USA).

Geboren und aufgewachsen in Yokohama, Japan, zog Tomoko Sauvage 2003 nach Paris, nachdem sie in New York Jazzpiano studiert hatte. Indem sie Alice Coltrane und Terry Riley hörte, begann sie sich für indische Musik zu interessieren und studierte die Improvisation Hindustanischer Musik. 2006 besuchte sie ein Konzert von Aanayampatti Ganesan, einem Virtuosen des Jalatharangam – dem traditionellen karnatischen Musikinstrument mit wassergefüllten Porzellanschalen. Fasziniert von der Einfachheit des Geräts und seiner Klangfülle, begann Sauvage in ihrer Küche mit Essstäbchen auf chinesische Schüsseln zu schlagen. Ihr Wunsch, selbst in das Wasser zu tauchen, brachte sie bald auf die Idee, ein Unterwassermikrofon zu verwenden, und führte zur Geburt des elektro-aquatischen Instruments.

Sauvage hat zwei Solo-Alben veröffentlicht, darunter das kürzlich erschienene „Musique Hydromantique“ (Shelter Press, 2017). Ihre Kompositionen wurden in Radio und Fernsehen wie BBC, France Musique, NPR und ORF verbreitet. Sauvages Performance wurde auf internationalen Festivals und Veranstaltungen präsentiert, darunter: The Long Now – Maerz Musik (Berlin), Centre Popidou Metz (Frankreich), Roskilde Festival (Dänemark), Unsound Festival (Krakau), Nyege Nyege Festival (Uganda) und Internationale Biennale für zeitgenössische Kunst in Riga (Lettland). Ihre Installationsarbeiten wurden in Kunstzentren und Museen wie Ex Teresa (Mexico City) und Empty Gallery (Hong Kong) ausgestellt. Im Jahr 2016 war sie Artist-in-residence im Boulder Museum of Contemporary Art (Colorado).
o-o-o-o.org